Geschäftsjahr 2008 der Kulmbacher Gruppe von Sondereffekten bestimmt (16.07.2009)

112. Hauptversammlung:
  • Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von minus 11,3 Millionen
  • Absatz der Bier-Eigenmarken mit plus 2,7 Prozent über Branchendurchschnitt
  • Veränderungen im Aufsichtsrat
Die Kulmbacher Gruppe schließt das Geschäftsjahr 2008 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von minus 11,3 Millionen ab. Insbesondere die erneute Abschreibung auf ihre Würzburger Hofbräu Gruppe sowie hohe Kosten bei Rohstoffen und Energie führten im Geschäftsjahr 2008 zu diesem Fehlbetrag. „Sondereffekte haben das Geschäftsjahr 2008 unserer Unternehmensgruppe geprägt. Das operative Geschäft der Kulmbacher Gruppe hingegen war im Berichtszeitraum positiv“, so Hans P. van Zon, Sprecher des Vorstandes der Kulmbacher Brauerei AG, anlässlich seines Berichtes vor den Aktionären in der 112. Hauptversammlung.

Absatzkennzahlen
Der Gesamt-Bierabsatz der Kulmbacher Gruppe stieg um 1,7 Prozent auf 2,41 Millionen Hektoliter (Vorjahr: 2,37 Millionen Hektoliter).

Der Absatz der Bier-Eigenmarken der Kulmbacher Gruppe wuchs gegen den Branchentrend und entwickelte sich mit 2,7 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr positiv.

„Dies werten wir bei einer Entwicklung des deutschen Marktes von minus 1,1 Prozent als einen beachtlichen Erfolg. Das zu Beginn des Berichtsjahres in Kraft getretene Rauchverbot in der Gastronomie führte zu einem deutlichen Rückgang der Absatzmenge im Fassbiergeschäft unserer Unternehmensgruppe. Dieser konnte aber durch einen Zuwachs im Handelsgeschäft überkompensiert werden“, kommentiert Hans P. van Zon die Absatzentwicklung der Bier-Eigenmarken der Kulmbacher Gruppe. „Zur erfolgreichen Absatzentwicklung im Biergeschäft unserer Unternehmensgruppe trugen im Wesentlichen die Zuwachsraten bei der Marke Mönchshof und die Umstellung der Hauptsorte Kapuziner Weißbier auf das attraktive nostalgische Bügelverschlussgebinde sowie die Einführung eines neuen Kastens im Frühjahr 2008 bei. Auch das erfolgreiche Veranstaltungsgeschäft der Kulmbacher Brauerei führte zu einer Zunahme des Bekanntheitsgrades der Kulmbacher Marken. Engagements im Sportsponsoring, wie zum Beispiel beim 1. FC Nürnberg, unterstützten den Markenauftritt im Kernabsatzgebiet der Kulmbacher Brauerei.

Der Absatz alkoholfreier Getränke der Kulmbacher Gruppe sank um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,1 Millionen Hektoliter.

„Dies ist im Wesentlichen auf die bewusste Aufgabe eines nicht mehr rentablen Handelsmarkengeschäftes zurückzuführen. Hier ist auch der als Folge eines allgemeinen Markt-Trends zurückgegangene Absatz alkoholfreier Getränke bei Markgrafen berücksichtigt. Unsere Marke Bad Brambacher konnte sich im Markt aufgrund gezielter Produkt-Innovationen und einer konsequenten Gebinde-Politik als werthaltige Marke behaupten und schloss das Geschäftsjahr mit einem Absatzrückgang von nur 3,2 Prozent ab“, erklärt Hans P. van Zon.

Wichtige Ergebniskennzahlen
Die Umsatzerlöse der Kulmbacher Gruppe liegen im Berichtsjahr mit 222,5 Millionen Euro um nur 0,4 Prozent unter Vorjahr (Vorjahr: 223,4 Millionen Euro).
Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Millionen Euro auf 22,8 Millionen Euro.
Das operative Ergebnis (EBIT) von minus 11,7 Millionen Euro liegt insbesondere aufgrund eines nochmalig hohen Wertberichtigungsbedarfs bei der  Würzburger Hofbräu Gruppe um 12,7 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Ohne den Einmaleffekt aus der außerplanmäßigen Abschreibung der Würzburger Hofbräu wäre ein positives operatives Ergebnis in Höhe von 4,6 Millionen Euro erwirtschaftet worden, das um 5,7 Millionen Euro unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 10,3 Millionen Euro lag.
Ebenso wirkt sich die Abwertung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) aus, das 2008 bei minus 14,7 Millionen Euro liegt (Vorjahr: minus 2,1 Millionen Euro).
Der zusätzliche Abwertungsbedarf bei der Würzburger Hofbräu Gruppe führte im Geschäftsjahr 2008 beim Konzernergebnis zu einem Konzernjahresfehlbetrag von minus 11,3 Millionen Euro nach einem Konzernjahresüberschuss im Vorjahr von 0,1 Millionen Euro.
Die Bilanzsumme der Kulmbacher Gruppe reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen auf die Einheit Würzburger Hofbräu Gruppe um 16,8 Millionen Euro auf 188,4 Millionen Euro.
Die Höhe der Eigenkapitalquote beläuft sich zum 31.12.2008 auf 25,5 Prozent. Eigenkapitalmindernde Wirkung hatte die außerplanmäßige Abschreibung auf die Einheit Würzburger Hofbräu Gruppe.
Die Finanzverbindlichkeiten verringerten sich von 61,3 Millionen Euro zum 31. Dezember 2007 auf 60,4 Millionen Euro zum 31. Dezember 2008.

Bilanzverlust der Kulmbacher Brauerei AG
Die Kulmbacher Brauerei AG schließt das Geschäftsjahr 2008 mit einem Bilanzverlust in Höhe von 5,4 Millionen Euro ab. Aufgrund dieses Bilanzverlusts wird für das Geschäftsjahr 2008 keine Dividendenzahlung vorgenommen. Dieser nach handelsrechtlichen Vorschriften ermittelte Bilanzverlust der Kulmbacher Brauerei AG wird auf neue Rechnung vorgetragen und muss in den nächsten Jahren erst durch Gewinne wieder ausgeglichen werden.

Ausblick
Die Lage auf dem deutschen Biermarkt 2009 hat sich drastisch verschärft, der Druck auf die operativen Unternehmensergebnisse nimmt zu. „Den Rückgang des Bierkonsums, die Entwicklungen an den internationalen Rohstoffmärkten sowie die anhaltenden Strukturprobleme im Gastronomie-Gewerbe nehmen wir als Herausforderung an. Für das laufende Geschäftsjahr 2009 streben wir an, ein verbessertes und positives Konzernergebnis zu erwirtschaften. Aufgrund des Marktumfeldes und der geschäftlichen Entwicklung in der Vergangenheit gehen wir jedoch von einer Ergebnisentwicklung aus, nach der jedenfalls auch im kommenden Jahr nicht mit einer Dividendenzahlung zu rechnen ist“, kündigte Hans P. van Zon in seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 an.

„Wir werden unsere Chancen im Markt nutzen und uns gegen den Markttrend stemmen. Dazu haben wir uns ein konsequentes Kostenmanagement auferlegt. Aber wir wollen nicht nur Kosten sparen, sondern gleichzeitig unsere Marktpräsenz weiter ausbauen. Dabei nutzen wir auch die Vorteile der Brau Holding International für die Kulmbacher Gruppe. Dieser Verbund von Brauereien verfügt über ein dichtes Vertriebsnetz in Süddeutschland sowie nationale Vertriebsstrukturen, über die wir zukünftig Marken wie Mönchshof noch breiter vermarkten können. Dabei bleiben wir in den Regionen unserer Marken verankert“ betonte van Zon.

Veränderungen im Aufsichtsrat
Roland Tobias, designierter CEO und Sprecher der Geschäftsführung der Brau Holding International, München, Hans-Albert Ruckdeschel, geschäftsführender Gesellschafter der IREKS GmbH, Kulmbach und  Dr. Peter Hellich, München, wurden in der 112. Hauptversammlung zu Aufsichtsratsmitgliedern gewählt. Roland Tobias ist designierter Vorsitzender des Aufsichtsrates und Hans Albert Ruckdeschel designierter stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kulmbacher Brauerei AG. Dem Aufsichtsrat gehören des weiteren Thomas Polanyi, Mitglied des Vorstands der Brau Union AG, Linz,  und als Vertreter der Arbeitnehmer Johann-Georg Prehmus sowie Karin Weiß, beide Kulmbach, an.

Dr. Klaus N. Naeve war erst im April durch das Amtsgericht Bayreuth zum Aufsichtsratsmitglied bestellt worden. Er macht seinen Platz nun zu Gunsten von Roland Tobias frei. Hans-Peter Hoh und Dr. Rainer Götz sind nicht mehr im Aufsichtsrat der Kulmbacher Brauerei AG vertreten.

Die Kulmbacher Gruppe unterstützt die Kampagne „Bier bewusst genießen“ der „Deutschen Brauer“. Diese rufen damit gemeinsam zum verantwortungsvollen Biergenuss auf. www.bier-bewusst-geniessen.de

Quelle:  Pressemeldung Kulmbacher Brauerei AG

Team Szene-Drinks.com
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