Deutsche Brauer gegen weitere Verkaufsverbote – für mehr Prävention (13.02.2008)

Die Pläne der baden-württembergischen Landesregierung, ein nächtliches Verkaufsverbot für alkoholhaltige Getränke an Tankstellen einführen zu wollen, stößt auf massives Unverständnis.

Die weit reichenden Pläne der baden-württembergischen Landesregierung und insbesondere des Ministerpräsidenten Oettinger, ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol an Tankstellen einzuführen, ist vom Hauptgeschäftsführer des Deutschen-Brauer-Bundes, Rechtsanwalt Peter Hahn, nicht nachzuvollziehen.

„Verfolgt man das Echo in der Presse und in Internet-Blogs, so wird klar, dass nicht ein generelles Alkoholverbot, sondern vielmehr die Stärkung der Jugendarbeit und somit die gesamtgesellschaftliche Präventionsarbeit zielführend für eine Verringerung der Missbrauchszahlen ist.“ Aus Sicht der Interessenvertretung der deutschen Brauer werde durch ein weiteres Verbot nur dem Großteil der Bevölkerung geschadet, der alkoholhaltige Getränke bewusst und maßvoll konsumiert. „Mehr als 95 % der Bundesbürger gehen sach- und situationsgerecht mit alkoholhaltigen Getränken insbesondere in der Öffentlichkeit um. Nicht jeder Bürger, der z.B. an Tankstellen alkoholhaltige Getränke erwirbt, kann als Negativ-Beispiel insbesondere für Kinder und Jugendliche herangezogen werden“, ergänzt Hahn.

„Natürlich verkennen wir nicht, dass es auch alkoholisierte Menschen an Tankstellen gibt, die so lange trinken, bis sie sich und Unbeteiligte schaden.“ Gleichwohl könne davon ausgegangen werden, dass es bereits genügend gesetzliche Regelungen gebe. Nicht zuletzt aufgrund von Personalknappheit in den Kommunen existiere ein Vollzugsdefizit die aktuellen Gesetze so durchzusetzen, wie es zu erwarten wäre. Man denke dabei an die bessere Kontrolle und strengere Ahndung von Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz.

„Es mag sein, dass es durch alkoholfreie Zeiten an Tankstellen den Verkauf von alkoholhaltigen Getränken rechnerisch verringert. Insgesamt wird man ebenso wenig wie z.B. mit der Einführung einer Sondersteuer für bestimmte Produkte den riskanten und schädlichen Alkoholkonsum reduzieren. Diejenigen, die Alkohol missbräuchlich konsumieren, lassen sich davon nicht abhalten, sondern beziehen den Alkohol an anderen Stellen zu anderen Zeiten – sie ändern also nur ihr Einkaufsverhalten. Nach dem Motto: Verbote reizen gerade zum Konsum, ist sogar ein gegenteiliger Effekt des Gewollten denkbar“, betont Hahn weiter. Damit wären Tankstellen „clean“, doch das generelle Verbot löse das eigentliche Problem nicht, sondern schade nur den Wirtschaftsakteuren und kriminalisiere den rechtschaffenden Bürger.

Auch andere Akteure im Kampf gegen den Missbrauch glaubten nicht, dass mit prohibitiven Maßnahmen der Alkoholmissbrauch verhindert werden könne. Es eskaliere nicht der Alkoholkonsum. Vielmehr sei eine Veränderung bei den Konsumformen und Trinkgelegenheiten festzustellen, ohne dass allerdings unsere gesamte Republik zu einem großen Trinkgelage verkomme. Damit soll nicht negiert werden, dass wir uns mit dem gesamtgesellschaftlichen Problem eines riskanten Alkoholkonsums einiger auseinanderzusetzen haben. Ein Alkoholverbot nun an Tankstellen dürfte jedoch ein Kapitulieren vor einem durchaus vorhandenen gesellschaftlichen Problem sein.

Nach Ansicht der deutschen Brauer müsse der Schwerpunkt des Handelns auf Prävention und Aufklärung liegen. Konsequenter Jugendschutz und die Ausschöpfung des bestehenden gesetzlichen Rahmens zur Sicherung der öffentlichen Ordnung sollten die Felder des politischen Handelns sein.

Die deutschen Brauer setzen auf den verantwortungsvollen und moderaten Konsum von Bier. Die positiven Eigenschaften von Bier werden auch nicht aufgehoben durch fehlgeleitete Trinkgewohnheiten einzelner. Gleichwohl hat die deutsche Brauwirtschaft ein erhebliches Interesse daran, dass Bier verantwortungs- und situationsgerecht genossen wird.

Quelle: Pressemeldung Deutscher Brauer-Bund e.V.

Team Szene-Drinks.com

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